Die pulsierende Hauptstadt mit ihrer erstaunlichen Vielfalt verbindet Afrika,
den Orient und Westeuropa. Das Ägyptische Museum besitzt die größte und eine der
bedeutendsten Sammlungen pharaonischer und byzantinischer Kunst. Kult- und
Gebrauchsgegenstände aus fünf Jahrtausenden sind hier ausgestellt. Weltbekannt
ist der Schatz aus dem Grab von Tutanchamun, der um 1360 v. Chr. lebte. Im
Herzen der Stadt liegt der Tahrir-Platz (Platz der Revolution). Mehrstöckige
Häuser im französisch-neoklassischen Stil sind typisch für dieses Viertel, das
im 19. Jahrhundert von Pascha Ismail gebaut wurde, dessen ehrgeizige
Modernisierungspläne das Land in den Ruin stürzten. Von der Aussichtsplattform
des Cairo Tower hat man einen wundervollen Blick auf die Stadt. Der 187 m hohe
Turm steht in einem wohlhabenden Villenviertel. Einen reizvollen Gegensatz
hierzu bietet das geschäftige Treiben des Khan El Khalili-Basars, wo
traditionelle Lederarbeiten, Messingwaren und
handgeschneiderte Kleider
angeboten werden. Eine Rundfahrt durch die Altstadt, einem Hort islamischer
Kunst und Architektur, ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. Die
Zitadelle (12. Jh.) und die nahegelegenen Al Rif’ai-Moschee und Sultan
Hassan-Moschee sollte man sich unbedingt ansehen. Kairo hat über 1000 Moscheen,
eine der schönsten ist die Al Azhar-Moschee (10. Jh.), der auch eine Medresse
angehört. Besuchenswert sind auch das Koptische Museum und das Museum der
Islamischen Kunst. Die Kairoer Museen öffnen im Sommer 08.00-13.00 Uhr, im
Winter 09.00-16.00 Uhr. Freitags ist ab Mittag oft geschlossen. Im Zeitalter
der Pharaonen war das Ostufer des Nils für die Lebenden bestimmt, das Westufer
für die Toten. Das heutige Westufer ist der moderne Teil der ägyptischen
Hauptstadt mit der Universität, dem Vorort Zamalek und den Wohnblocks von Dokki
- am Stadtrand jedoch beginnt abrupt das Ägypten der Fellachen (Landbevölkerung)
mit Dattelpalmen, Kanälen, Lehmdörfern und üppigen grünen Feldern. Kasinos und
Luxushotels weichen plötzlich Sanddünen und den großartigen, alles überragenden
Pyramiden von Gizeh. Die größte der drei Pyramiden ist über 137 m hoch und
besteht aus ca. drei Millionen Steinblöcken. Durch ein Labyrinth von Tunneln und
Treppen kann man tief in das Innere der Pyramiden vordringen. Daneben steht die
majestätische Sphinx, Pferde und Kamele können hier gemietet werden. Abends wird
der nächtliche Himmel durch ein Lichtspektakel erhellt: die Pyramiden und Sphinx
werden wirkungsvoll zur Geltung gebracht. Ein neuer archäologischer
Ausgrabungsort in Dahshur, Ägyptens Hauptstadt während des Alten Reichs,
soll im Rahmen eines Verbesserungsprogramms entstehen. Vorgesehen ist außerdem
die Schaffung von touristischen und kulturellen Einrichtungen. Eine Untersuchung
soll verborgene archäologische Monumente in diesem Gebiet, das als Golden
Treasure Area bekannt ist, ausfindig machen. Da das Gebiet früher militärische
Sperrzone war, blieb es bisher größtenteils unberührt. Der bekannte Kur- und
Winterurlaubsort Helwan liegt 30 km von Kairo entfernt. Im nahegelegenen
Sakkara befindet sich die Stufenpyramide des Königs Djoser, die als
Vorläufer der Pyramiden von Gizeh gilt. Besonders in der Nekropolis (Totenstadt)
gibt es außergewöhnliche Steinreliefs. Eselritte von Gizeh nach Sakkara werden
angeboten. Ca. 50 km weiter südlich liegt der Salzwassersee Al Faiyoum,
den schon der griechische Geschichtsschreiber Herodot um 450 v. Chr.
besuchte.