Lissabon: Die herrliche Lage macht diese bedeutende Kulturstadt Europas
zu einem idealen Reiseziel. Paläste und weiße Wohnhäuser bedecken die sieben
Hügel der portugiesischen Hauptstadt. Lissabon hat eine altmodische, stilvolle
Atmosphäre und bezaubert durch das Nebeneinander grandioser Plätze und der
dunklen, engen Gassen des alten maurischen Viertels. Lissabon liegt an der
Mündung des Tejo und hat einen der besten Naturhäfen auf der Iberischen
Halbinsel. Eine imposante Hängebrücke überspannt auf 3 km Länge den träge
dahinfließenden Fluß. Springbrunnen, üppige Gartenanlagen und mit Blumen
übersäte Balkone sind typisch für diese freundliche Stadt, die man auch leicht
zu Fuß erkunden kann. Die Alfama (Altstadt) ist eines der interessantesten
Viertel Lissabons und neben dem Bairro Alto (der Oberstadt) das einzige, das das
Erdbeben im 18. Jahrhundert weitgehend unzerstört überstand. Einst lebten hier
wohlhabende Bürger, heute jedoch ist die Alfama eine eher ärmere Gegend, und man
sollte sich vor Taschendieben in acht nehmen. In den zahlreichen kleinen Lokalen
kann man den Klängen des Fado lauschen, der meist von einer schwarzgekleideten
Sängerin zur Gitarrenbegleitung vorgetragen wird. Einer der besten
Ausgangspunkte für einen Stadtbummel ist das Kastell São Jorge, das im 8.
Jahrhundert hoch über der Stadt auf den Ruinen einer römischen Festung erbaut
wurde und eine schöne Aussicht über Lissabon bietet. Hier trifft man sich zum
Picknick oder ißt eine Kleinigkeit im Casa do Leão, dem Burgrestaurant. Der Weg
hinunter in die Alfama führt an mittelalterlichen Häusern mit schmiedeeisernen
Balkonen vorbei, gemütlichen kleinen Cafés und der hübschen Kirche von Santa
Luzia. Beeindruckend sind die Fayencekacheln (Azulejos), die viele
Häuserfassaden und Kirchen in der Altstadt verzieren. Die Geschichte dieser
Kunst kann man im Museu Nacional do Azulejo verfolgen, das in den Kreuzgängen
der Kirche Igreja da Madre de Deus untergebracht ist. Viele alte Bauwerke
haben sich auch im Bairro Alto erhalten, einem Geschäftsviertel mit kleinen
Läden und Büros. Dieser hochgelegene Stadtteil westlich der Innenstadt ist
bekannt für seine guten Restaurants und die Tascas, winzige Gaststuben, die nur
aus einem Raum bestehen und Familienbetriebe sind. Das Bairro Alto erreicht man
am besten mit der Straßenbahn (zwei Linien fahren hinauf) oder mit dem Aufzug
Santa Justa, der Fahrgäste auch zu einer Aussichtsplattform mit Panoramablick
bringt. Eine enge Eisenbrücke führt von dort zur Ruine einer Karmelitenkirche
aus der Zeit der Renaissance. Eine der Hauptattraktionen des Bairro Alto ist der
Botanische Garten, Jardim Botânico, der 1873 eröffnet wurde. Ebenfalls schön ist
ein Besuch in der Estufa Fria, einem Gewächshaus im Parque Eduardo Septimo am
Ende der Avenida da Liberdade. Kunstfreunden wird das Museu Calouste
Gulbenkian ein Begriff sein, dessen Exponate der armenische Erdölmagnat
Gulbenkian der Stadt stiftete. Es gibt zwei große Abteilungen für Kunst des
Orients und des Okzidents. Gemälde der flämischen und niederländischen Schule
von Rubens, Rembrandt und Hals finden sich ebenso wie Arbeiten der
Impressionisten Renoir, Degas und Manet. Moderne portugiesische Kunst ist im
Centro de Arte Moderno vertreten. Unbedingt lohnenswert ist ein Besuch im Museu
Nacional de Arte Antiga (Antikenmuseum im Baixa-Viertel, s. u.), das über eine
bedeutende Kollektion alter Gemälde verfügt. Weitere sehenswerte Museen liegen
im Vorort Belém, etwa 8 km von der Innenstadt. Der Torre de Belém (Belémer Turm)
und das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) sind berühmte Wahrzeichen
der Stadt. Das Kloster fasziniert vor allem durch seinen einmaligen Kreuzgang,
einem der schönsten der Welt. In den alten Klostergebäuden sind das Museu
Nacional de Arqueologia e Etnologia (Archäologie und Ethnologie) und das Museu
da Marinha (Marinemuseum) untergebracht. Eines der interessantesten Museen
Lissabons ist zweifelsohne das Museu dos Coches (Wagenmuseum) im ehemaligen
Marstall. Die prächtigen, überreich verzierten Kutschen suchen
ihresgleichen. Auf dem Weg in die Baixa (Unter- bzw. Innenstadt) kommt man
durch die Haupteinkaufsstraße Rua Garrett mit ihren Straßencafés und Boutiquen.
Das Kaffeehaus Brasileira ist auch heute noch ein Künstlertreff. Sehenswert ist
auch die Kirche Nossa Senhora da Conceicão Velha, deren Portal aus dem 16.
Jahrhundert stammt. Der Rossio, ein weiträumiger Platz, der auf drei Seiten von
klassizistischen Gebäuden eingerahmt wird, ist voller Leben und das eigentliche
Herz der Stadt. An seiner Nordseite steht das Teatro Nacional, das Mitte des 19.
Jahrhunderts erbaut wurde. Die von alten Bäumen gesäumte Prachtstraße Lissabons,
die elegante Avenida da Liberdade, wird oft mit der Champs-Elysées verglichen.
Zahlreiche alte Bürgerhäuser, Straßenmaler und Straßencafés machen den
besonderen Reiz dieses Boulevards aus. Im Umkreis von Lissabon gibt es
zahlreiche hübsche Badeorte und schöne Naherholungsgebiete, die sich auch für
Tagesausflüge eignen (s. u.). Die Badeorte Estoril und Cascais sind nur ein
paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Estoril war einst exklusiver
Urlaubsort der Reichen aus aller Welt. Heute hat sich die Stadt den Bedürfnissen
des modernen Tourismus angepaßt. Der hohe Standard der Hotels am herrlichen
Tamariz-Strand ist jedoch erhalten geblieben, heutzutage stehen sie auch
Gruppenreisenden zur Verfügung. Sportbegeisterte finden hier ganzjährig ideale
Bedingungen. Vor allem Golf, Reiten, Tennis und Autorennen (Formel-I-Weltcup)
sind populär. Cascais hat sich beinahe noch mehr verändert. Aus einem
Fischerdorf mit menschenleeren Stränden ist ein belebter Urlaubsort mit Bars,
Nachtklubs und preiswerten, aber erstklassigen Restaurants geworden. Das
Bergstädtchen Sintra mit den malerischen Monserrate-Gärten und einem
Antiquitätenmarkt, der zweimal im Monat stattfindet, zählte schon viele berühmte
Namen zu seinen Gästen. Die ca. 25 km von Lissabon entfernte einstige
Sommerresidenz der portugiesischen Könige ist auf alle Fälle einen Abstecher
wert; ebenso Queluz mit dem von herrlichen Gartenanlagen umgebenen
Rokokopalast, das Barockkloster von Mafra (1717) und das Fischerdorf
Ericeira. Das Dorf Colares ist für seinen Rotwein bekannt. Die
farbenprächtigen Fischerboote von Sesimbra sind ebenfalls sehenswert,
hier gibt es ausgezeichnete Meeresfrüchte und gute Strände; oberhalb des Dorfes
liegt eine alte maurische Burg. Zu erreichen ist das Fischerstädtchen von
Lissabon aus in nur 30 Autominuten. Tróia ist ein modernes Ferienzentrum
auf einer Halbinsel in der Nähe der Hafenstadt Setúbal. Hier findet man
ausgezeichnete Strände, Hotels, Restaurants, Supermärkte, Swimmingpools,
Nachtklubs, einen Golfplatz und ein Wassersportzentrum. Setúbal liegt 39
km südlich von Lissabon. Besuchenswert ist die idyllische Altstadt mit einer der
schönsten Kirchen des Landes. In dem Dorf Palmela steht eine
mittelalterliche Burg (12. Jh.). Das alte Kloster ist heute eine Pousada (s.
Unterkunft).
Urlaubsorte Lissabon, Caparica, Palmela,
Azeitão, Arrábida, Setúbal, Tróia, Sesimbra, Carcavelos, Estoril, Cascais,
Guincho, Colares, Sintra, São Pedro de Sintra, Queluz, Ericeira, Praia das
Maçãs, Praia Grande und Parede.